O Gott der Liebe! Ohne Hülle

O Gott der Liebe! ohne Hülle
Bist Du im Sohn geoffenbart.
Schon unermesslich ist die Fülle,
Die hier der Glaub' in Ihm gewahrt.
Doch völlig wird das Herz erquickt,
Wenn Deine Lieb' es ganz erblickt.

Du gabest einst – o welch Erbarmen!
Den eignen Sohn für unsre Schuld.
Jetzt trägst Du uns auf Vaterarmen
Und leitest uns voll Treu' und Huld.
Dein Lieben unvergleichlich ist,
Du liebst uns, weil Du Liebe bist.

Und welch ein Trost in allen Lagen,
Dass Deine Treu' uns nie vergisst!
Wie könnten jemals wir verzagen,
Da Du, Gott, unser Vater bist!
Vergäss' die Mutter selbst ihr Kind,
Dein Lieben nie ein Ende find't.

Drum gehn wir freudig unsre Pfade
Und harren aus in jedem Leid.
Nie wanket Deine Lieb' und Gnade,
Nie Deines Herzens Freundlichkeit.
Drum Dank Dir, Vater, ewig Dank!
Dich preise unser Lobgesang!

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